Jeanine Vahldiek – Interview

Der Auftritt der Jeanine Vahldiek Band war so toll, dass ich unbedingt noch mehr über die Band wissen musste – hier das erstes INTERVIEW auf dieser Webseite.  Die Fragen kann man sich denken –  hier nur die Original-Antworten von Jeanine :

  • Ja, manchmal wird tatsächlich vermutet, dass der Name holländisch ist. Davon weiss ich aber nichts genaues – ich stamme jedenfalls aus Berlin – seit Generationen 🙂
  • Nein, meine Eltern haben keine musikalischen Wurzeln. Ich würde jedoch sagen, dass ich dennoch meine Leidenschaft für Musik von meinem Vater geerbt habe, denn der hat mich immer früher mit in unseren Musikkeller genommen, hat die alten Platten aufgelegt und mich zum Zuhören und ‚Acht geben‘ auf den Text ermutigt… da wurde dann viel Beatles, Cat Stevens und Rock&Roll gehört…
  • Nach Australien sass ich Reihe 27c – hatte nur die Kohle für ein Ticket und konnte somit nicht Reihe 27 bis 10 buchen :)I
  • In China hatte ich 55 Schüler in jeder meiner sechsten Klassen, denen ich Englisch Unterricht gab. Die Schüler waren so um die 14 Jahre alt und die etwas ‚privilegierte‘ Oberschule konnte sich leisten immer mal wieder englisch sprachige Lehrer unterrichten zu lassen. Da war ich ein halbes Jahr.
  • Ich bin mit 23 Jahren nach Australien gegangen – nach meinem Orchesterstudium in Berlin (ja, ich bin in Berlin geboren – Neukölln und in Spandau gross geworden). Bin 8 Jahre in Australien geblieben, dann das 1/2 Jahr China, und dann die Zeit wieder in Berlin. Jetzt bin ich 36 – danke für das Kompliment… hi,hi! Schätze, das macht die gute Laune, dass man da jugendlich wirkt 🙂 Sternzeichen bin ich Widder.
  • Die letze Platte, die wir uns zugelegt haben war von ‚Caro Emerald‘. Kennst Du die? Total klasse! Ansonsten höre ich alles gerne, was einen inspirierenden Text gemischt mit handgemachter Musik verbindet. Ich mag Musik, wenn sie ‚echt‘ ist und mir was über die Gedanken der Musiker sagen will…
  • Nein, in China war ich alleine ohne Steffen. Ihn habe ich erst wieder in Berlin kennengelernt – allerdings auch 2009 🙂
  • Die Art und Weise Harfe zu spielen hab ich mir selbst ausgedacht… im Prinzip war mein Anliegen hauptsächlich, eine Bassstimme zu haben, um oben Melodie spielen zu können… dazwischen braucht man aber ja auch noch ein paar Harmonien, damit eine Art Teppich gelegt wird – den klampfe ich also auch noch zusammen 🙂
  • Unser Zusammentreffen war dann im Sommer 2009 bei einem ‚Klassik-meets-Pop-Orchetser‘, bei dem wir beide Aushilfe gemacht haben. Da gab es eine Probezeit, in der alle jeden Tag zusammen kommen, um zum Schluss ein paar Konzerte zu geben (MovieThemes usw). Da ich mir (in China auf der Brücke) überlegt hatte, dass ich als erstes einen Schlagzeuger brauche, damit es klar ist, dass ich jetzt keine Klassik mehr auf der Harfe spiele, war da Steffen ganz wunderbar. Da war ich gerade mal ein paar Wochen in Berlin und zack – gleich hab ich ihn kennengelernt 🙂 Er war zum Glück auch gerade auf der Suche nach einem eigenständigen Projekt, denn er hatte die Nase voll von 1000 verschiedenen Aushilfsjobs, die bei ihm allerdings seit dem Studium ganz vorzüglich funktioniert haben! Ich hatte das Glück, mir einen sehr gefragten selbstständigen Trommler geangelt zu haben. Er war auf der Suche nach einem Projekt, in das man Herzblut reinstecken kann und so richtig mit Leidenschaft dabei ist.
  • Ja, ist mit Knutschen 🙂 Lassen wir auf der Bühne nur nicht so raushängen… Caro Emerald finden wir also beide klasse 🙂
  • Ja, man kommt auch zu anderen Sachen… jetzt. Die ersten 4-5 Jahre haben wir nur durchgeackert und kaum was anderes gemacht. Zu Hause hingen wir ständig im ‚Büro‘, wie wir das nennen und haben uns um Auftritte und PR gekümmert. Inzwischen haben wir eine Basis aufgebaut, die man erweitern kann und wir haben nicht mehr das Gefühl, dass alles zusammen bricht, wenn man mal was anderes macht. Dafür haben wir sehr hart gearbeitet – aber immer mit guter Laune 🙂 Nun haben wir es geschafft, dass wir uns den Januar frei halten und Urlaub machen – wir erkunden immer ein Land nur mit Zelt und Rucksack in der Natur… letztes Jahr war Patagonien dran, diesen Januar geht es nach Costa Rica.
  • Komponieren tue ich irgendwie immer so ‚zwischendurch‘ – wenn mich eine Person oder Situation in irgendeiner Art und Weise so emotional berührt, dass ich das Erlebnis anders als nur durch ein Gespräch verarbeiten möchte… das Songschreiben dauert aber meist ’nur‘ 5 Minuten 🙂
  • Ja genau, das Arrangieren und Einstudieren ist genau das, was dann Zeit in Anspruch nimmt… da wird gefriemelt , bis es ’stimmig‘ ist… und dann geh ich zu Steffen, der dann seine Percussionsideen einbringt und dann wird wieder gefriemelt!! Meistens werden in diesem Zeitraum auch ein paar Takte gestrichen 🙂 Ich bin anscheinend ein Fan von (wie wir sie nennen:) ‚Extra-Takten‘, die ich hier und da einbaue, die aber total überflüssig sind… da ist Steffen immer belustigt und ruft: ‚Ah, wieder ein Extra-Takt‘ – brauchen wir den?‘ Hi,hi…
  • Ja, es gibt tatsächlich einige unveröffentlichte Songs… aber ob die dann auch zu richtigen Songs werden, weiss ich nicht. Man schreibt halt zwischendurch auch mal Käse, den man dann am nächsten Tag doof findet… ich hab ausserdem auch noch die Angewohnheit, nie die Musik aufzuschreiben… bei mir gibt es immer nur einen ersten Entwurf der Texte und sonst nichts. Wenn der Song am nächsten Tag also nicht mehr ‚in den Fingern‘ ist, dann hat er es nicht geschafft… 🙂 Ich bin da ziemlich hart.
  • Ja, die Texte der ersten beiden CD’s sind auf der Homepage zu finden – die Texte der dritten liegen bei der CD im Heftchen bei.
  • Ich war wohl schon immer ein grosser Verfechter von guter Laune. Aber im Leben passieren nun mal Dinge, die wirklich und wahrlich unschön sind und da hab ich für mich den richtigen Umgang mit diesen Situationen beigebracht. Es gibt in jeder Situation IMMER etwas schönes, egal wie gruselig… und sei es nur das Beobachten einer kleinen Ameise, die ein Krümelchen trägt… es ist alles eine Frage des Betrachtens…
  • Ja, Facebook mache ich selbst – und sehe das als Teil der ‚Fanpflege‘ und PR-Arbeit… Ich kann es aber nicht ausstehen und muss mich da auch sehr auf das ‚Betrachten‘ konzentrieren und den ganzen Schwachsinn ignorieren, der einem dort entgegen geschleudert wird… es gehört aber in diesen Zeiten nun mal zum Marketing und es wäre idiotisch, es nicht zu machen… wenn ich keine Band zu promoten hätte, wäre ich da nicht.
  • Buch: ich – alles von ‚Walter Moers‘ – vor allem die Übersetzungen von dem genialen Hildegunst von Mythenmetz (hab schon meine ganze Familie damit genervt, keiner mag es … hi,hi!) –  Steffen – alles von Dan Brown
  • Film: ich – ändert sich natürlich immer, aber im Moment wohl immer noch ‚Herr der Ringe‘ –  Steffen – The Commitments
  • Musiker: ich – ändert sich auch immer und kommt auf die Situation drauf an – jetzt, während ich dies schreib: James Hunter SIx  – Steffen – ‚alle guten Musiker‘
  • Nachspeise: ich bin überhaupt kein Nachspeise-Typ – ich bin mehr der Chips und Flips – Typ 🙂 –  Steffen – hmmmmmmm…. Schokopudding 🙂 Er ist der absolute Schlemmer-Schlabber-Süß-muss-es-sein-Typ! Da kommen wir uns echt nie in die Quere und er freut sich meist, dass er meine Portion mit essen kann 🙂
  • Danke für das Kompliment über You made it – nach Instrumental wird öfter mal gefragt… ich hatte bis jetzt noch keine Lust dazu 🙂 🙂

Dieses Interview mit Jeanine Vahgldiek erfolgte per Emails im Zeitraum bis zum 4.November.2015, im Anschluß an das Konzert in Bonndorf. Herzlichen Dank an Jeanine und Steffen für die tollen und ausführlichen Antworten !

Veröffentlicht unter einfach machen, Musik

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