SIE macht IHM einen Heiratsantrag …

Im Cafe :

Sie: Für mich bitte noch’n doppelten Cappuccino

Er: Ein Bier

Sie:
Klar ist es so, dass die pubertäre Phase der Liebe, die Verliebtheit erst mal einem Zweck dient – Abhängigkeit schaffen – wenn man in dieser berauschenden Zeit es schafft ohne den anderen nicht mehr leben zu können, bis man dann emotional und materiell so sehr gebunden ist, dass dann man aus diesem Rausch voll in die Abhängigkeits-phase tritt, die sich Liebe nennt, um dann Kinder aufzuziehen, ja, dieser beflügelte Zustand immer noch dann annähernd einsetzt, wenn man etwas an dem anderen entdeckt, was man so noch nicht kannte, etwas Unvorhergesehenes, ja und in dieser Phase zwischen Verliebtheit und Liebe hören auch viele Menschen auf sich weiter zu entwickeln und das Gefühl ist scheinbar stark genug wenn man anfängt den anderen auszunutzen, um sich auszuruhen dann fängt man an  weil das „Ich brauche nichts nur dich“ nicht mehr so zieht, was auch ein komplett gefährlicher Trugschluß ist, um die Verantwortung für sich selbst abzugeben und erst eine Sicherheit vorzutäuschen, die später dann durch Abhängigkeiten erzwungen wird und dann sucht man sich andere Kicks durch berufliche Erfolge und Hobbys oder Drogen oder man bildet sich ein, dass eine unerfüllte Liebe von damals nun die Antwort auf die immer größer werdende Leere im Herzen ist. Und dieses Gefühl ist auch äußerst pflegeleicht, weil es keine reale Zeit in Anspruch nimmt und nicht durch äußere Einflüße verändert wird, ja man denkt dran und bekommt sofort ein Endorphin Schmerzcocktail verabreicht und viele Paare gehen sogar von Anfang an eine bewußte Zweckgemeinschaft ein, sie verlieben sich in die Eigenschaften und Dinge die sie nicht besitzen und können, das ist der Deal und dann funktioniert das wie ein Geschäft, die sparen sich die Illusion am Anfang und legen gleich fest, was sie vom anderen erwarten und was sie zu geben haben, so dass der andere bloß nicht das Gefühl hat ausgenutzt zu werden, viele reden dann von Freundschaft die es eigentlich ja nicht ist deshalb sind  wirkliche Freundschaften ja auch so schwer zu finden, wenn man vom Wesen des Menschen fasziniert und berührt ist, weil man aus freien Stücken mit ihm zu tun hat, nicht nur um etwas zu bekommen und weil man sich die Freiheit schenkt sein zu  können und nicht sein zu müssen, da wäre übrigens eine Unterteilung der Bedeutung Freundschaft auch nötig, denn die meisten Freundschaften sind auch nur Zweckgemeinschaften, solange man gut funktioniert bekommt man den entsprechenden Gegenwert und man wird egoistisch und nimmt sich Dinge raus, weil man weiß, dass der andere das akzeptieren wird, wenn er nicht soviel zu geben hat,aber trotzdem Leistungen in Anspruch nimmt. Je erfolgreicher einer von den beiden ist desto weniger muss er den Müll rausbringen, im übertragenen Sinne gemeint. Und Frauen bekommen ihre materielle Absicherung, die viele am Ende genug befriedigt,so dass alles andere auch mit der Zeit verloren gehen kann, ohne dass es zu problematisch wird. Und Frauen glauben auch noch, dass das so in Ordnung ist, weil die Gesellschaft das immer noch vorlebt, dafür bekommen Männer natürlich ihre Sicherheitsbasis, wo an Weihnachten der Baum brennt und die Kinder versorgt werden und immer das Bett frisch bezogen ist, und die Wunden geleckt werden damit er wieder fit ist,um für materielle Absicherung zu sorgen. Gegen Lebenskrisen gibt es Antidepressiva und Praktikantinnen, solange diese Maschine gut läuft ist es ok, aber Wege Wünsche und Menschen ändern sich und die wenigsten sind in der Lage sie zu verändern das bedeutet Arbeit, im Grunde muss man es sich nur Wert sein dieses scheiss Leben zur Not auch alleine gehen zu können, man muß sich immer im klaren darüber sein, denn wie kann man einen Menschen jeweils vollständig kennenlernen und wie kann man vorallem einen Menschen irgendwann mal langweilig finden, wenn er seinen eigenen Weg geht. Die meisten hören wirklich auf irgendwann damit und drücken auf den Weg des anderen mit, das ist ja auch schön einfach, und irgendwann stehen sie dann im Schatten und wundern sich, warum sie nichts mehr zu geben haben und der andere zieht nen Menschen vor Angst vor Einsamkeit mit auf seinen Weg und wundert sich dann irgendwann warum der Ballast zu schwer wird. Warum sollte man Liebe dazu benutzen um an seinen Schwächen nicht mehr arbeiten zu müssen ? weil sie der andere ausgleicht ? irgendwann ausgleichen muß ? und irgendwann akzeptiert man sie dann ? Entschuldigung ich bin eine Frau. Entschuldigung ich bin ein Mann. Entschuldige ich liebe dich. Man findet Dinge an jemanden toll die man nicht hat oder kannte, aber man darf sie doch nicht von ihm erwarten, vielmehr sollte man versuchen sie in sich selbst zu suchen, dass ist doch die wunderbarste Motivation jemanden nah zu sein und eine Inspiration, die ein Mensch dir schenkt. Ich glaube, dass es nicht sehr schwer ist einen Menschen zu finden mit dem man einigermaßen vögeln kann, um ne solide Befriedigung zu kriegen, ein Mensch in den man sich vielleicht kurz verliebt und es ist auch nicht so schwer eine Zweckgemeinschaft mit jemanden zu führen, denn Frauen und Männer sind ja bis zu einem gewissen Grad scheinbar gleich, alles andere ist sehr selten und sehr schwer,also was meinst Du, wollen wir heiraten ?

Er: uff, ähm, ja klar !

Gesprochen von Annett Louisan,  Abschrift von mir, das gelegentliche  „Hmm“   „Hmm“ des Mannes habe ich nicht mit protokolliert – vom geheimen Bonustrack dh. ganz am Ende des Liedes Nr.15 der CD  „Annett Louisan – Das optimale Leben „.

Veröffentlicht unter Lachen, Mann-Frau

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